Lukas-Evangelium

Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas

Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas ist die Variante, die wir sicherlich bereits öfters gehört haben als die des Evangelisten Matthäus. Das mag daran liegen, dass die Weihnachtsgeschichte des Lukas vielleicht ein wenig festlicher und etwas ausführlicher geschildert ist als die des Matthäus.

Es gibt aber auch einige faktische Unterschiede zwischen den beiden Weihnachtsgeschichten. So wird zum Beispiel bei Lukas auf die Volkszählung Bezug genommen, die Augustus befohlen haben soll. Um sich zählen lassen zu können und um auf die Steuerlisten eingetragen werden zu können, musste Josef aus Nazareth nach Betlehem ziehen. Das tat er nicht alleine, sondern in der Begleitung seiner Frau Maria, die hochschwanger war. Die Schwangerschaft Marias war offensichtlich bereits so weit fortgeschritten, dass sie in Betlehem ihren Sohn gebar. Lukas berichtet nur, dass die Eltern ihr Kind in eine Krippe legen mussten, da sie nicht in eine Herberge aufgenommen werden konnten. Von einem Stall, wie er heute in den Krippenspielen dargestellt wird, sowie von einem Esel und einer Kuh ist bei Lukas nicht die Rede. Auch deutet Lukas an dieser Stelle nicht an, dass Maria eine Jungfrau gewesen sein soll. Diese Andeutung findet man allerdings vor der Schilderung der Weihnachtsgeschichte, an der Stelle, an der Lukas auf die Verheißung der Geburt Jesu eingeht, Lukas 1,26.

Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas setzt sich so fort, dass beschrieben wird, wie den Hirten, die in der Nähe der jungen Familie lagerten, ein Engel erscheint. Dieser verkündet, dass der Messias geboren worden sei. Zunächst waren die Hirten verängstigt, sie ließen sich durch die feierliche Erscheinung des Engels, durch seine Verkündung und durch den Lobgesang der himmlischen Heerscharen allerdings beruhigen und machten sich auf den Weg, das Kind zu suchen. Sie fanden es bei Maria und Josef, so wie die Engel es ihnen beschrieben haben. Die Hirten trugen daraufhin dazu bei, dass sich die freudige Kunde von der Geburt des Messias verbreitete. Hier endet die eigentliche Weihnachtsgeschichte nach Lukas in ihrem Kern.
Lukas erzählt aber noch mehr über die nahe Folgezeit, etwa indem er angibt, dass Jesus nach acht Tagen auf seinen Namen, der von Engeln mitgeteilt worden war, getauft wurde. Auch erzählt Lukas von weiteren Begebenheiten wie beispielsweise von der Zusammenkunft der jungen Familie mit Simeon, die darauf hindeuten, dass es sich bei dem neugeborenen Kind um den Erlöser handelt.

Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas steht im Übrigen nicht am unmittelbaren Beginn des Evangeliums. Sie beginnt bei Lukas 2, Vers 1. Zuvor in Lukas 1 geht der Evangelist auf die Geschichte des Priesters Zacharias, auf die Verheißung der Geburt Christus, auf den Besuch Marias bei Elisabet und auf die Geburt des Täufers Johannes ein. Johannes der Täufer spielt ebenfalls eine wichtige Rolle im christlichen Glauben: Er soll unter anderem Jesus getauft haben.

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