Matthäus-Evangelium

Die Weihnachtsgeschichte nach Matthäus

Die Weihnachtsgeschichte nach Matthäus beginnt gleich bei Matthäus 1, Vers 1. Wer die ersten Verse des Evangelisten liest, wird allerdings zunächst einmal verwundert und vielleicht auch ein wenig verwirrt sein. In den ersten Versen widmet sich der Evangelist Matthäus nämlich sehr detailliert dem Stammbaum von Jesus, indem er bis zu Abraham zurückgeht. Hier findet man also eine recht lange Aneinanderreihung von Aussagen über einzelne Verwandtschaftsverhältnisse. Über die Geburt von Jesu selbst wird erst ab dem 18. Vers genaueres erzählt. Hier wird beschrieben, dass Maria und Josef verlobt waren, als sie plötzlich merkten, dass Maria ein Kind erwartete. Josef konnte allerdings nicht der Vater des Kindes sein, da er und Maria wie gesagt erst verlobt waren und noch nicht zueinander gefunden hatten. Hier soll offenbar angedeutet werden, dass Maria noch Jungfrau gewesen ist.

Aus diesem Grund machte sich Josef, der sicherlich eine jungfräuliche Geburt nicht in Betracht zog, seine Gedanken und traf die Entscheidung, sich ohne Maria bloß zu stellen von ihr zu trennen. Doch zu dieser Trennung kam es bekanntermaßen nicht. Der Grund hierfür ist, dass laut Matthäus Josef ein Engel erschien, der ihm verkündete, dass das Kind, welches Maria erwarte, vom Heiligen Geist sei. Josef solle Maria zu seiner Frau nehmen und den Sohn auf den Namen Jesus taufen lassen. Josef vertraute in die Worte des Engels und handelte so, wie der Engel es ihm gesagt hatte.

Über die eigentliche Geburt Jesu erfährt man bei dem Evangelisten Matthäus nicht viel mehr. Allerdings tauchen in Matthäus weitere Personen auf, die uns aus Krippenspielen bekannt sind. Matthäus spricht hier von den Sterndeutern, die aus dem Osten kamen, um das Kind zu sehen und ihm die gebührende Ehre entgegen zu bringen. Die Sterndeuter folgten einem Stern und gelangten auf diese Weise zu Jesus‘ Geburtsort in Betlehem. Auch von den Geschenken, die die Sterndeuter mitbrachten und die uns wohlbekannt sind, ist bei Matthäus die Rede: Weihrauch, Gold und Myrrhe waren für das Christkind bestimmt. Laut Matthäus hatten die Sterndeuter von König Herodes den Auftrag erhalten, Meldung zu erstatten, wenn sie das Kind gefunden haben. Der König selbst fürchtete die Geburt des Königs der Juden, da das bedeutete, dass damit ein Rivale heranwachsen würde. Die Sterndeuter, häufig auch als Magier bezeichnet, meldeten ihm den Fund des Kindes allerdings nicht, da sie träumten, dass sie es besser unterlassen sollten. Auch Josef wurde im Traum erneut von einem Engel aufgesucht, der ihm den Auftrag erteilte, mit seinem Sohn nach Ägypten zu fliehen. Diesem Auftrag kam Josef nach, was sich als weise herausstellte. Denn nachdem Herodes bemerkte, dass die Sterndeuter sich nicht mehr bei ihm melden würden, gab er den grausamen Befehl, alle männlichen Kinder bis zwei Jahre zu ermorden, um so zu verhindern, dass seine Macht in Frage gestellt würde. Jesus selbst war aufgrund der Entscheidung Josefs, dem Engel zu gehorchen, nicht unter den getöteten Kindern, sondern wuchs nach Matthäus zunächst weiter in Ägypten auf.

An dieser Stelle sind wir natürlich schon ein ganzes Stück über die eigentliche Weihnachtsgeschichte hinaus geschritten. Wer die Weihnachtsgeschichte bei Matthäus einmal selbst nachlesen möchte, wird aber auch die Erfahrung machen, dass es durchaus schwer ist, mit dem Lesen aufzuhören: Schnell ist man über die eigentliche Geburt Jesus hinaus und findet sich bereits in den Schilderungen seines weiteren Lebens wieder.

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