Im Spielzeugladen

Nachfolgend die inhaltliche Zusammenfassung eines Sketches von Loriot, der im Rahmen der Sendung "LORIOT VI" bei Radio Bremen ausgestrahlt wurde (siehe Loriots Website). Die Folgen sind unter der Bezeichnung "Weihnachten bei Hoppenstedts" bekannt geworden. Zusammenfassung: F. Seidel.

Spieldauer: 2:26 Minuten (netto)
Akteure: Opa Hoppenstedt (Loriot), Verkäuferin (Evelyn Hamann), div. weitere

In einem Spielwarenladen, der für das beschränkte Platzangebot sehr gut besucht ist, drängelt sich ein älterer Herr zum Verkaufstresen vor. Es ist Opa Hoppenstedt, gespielt von Loriot, der dort ein laufendes Verkaufsgespräch zwischen einer Kundin und der Verkäuferin jäh unterbricht, letztere gespielt von Evelyn Hamann. Herr Hoppenstedt fragt nach Spielzeug für sein Enkelkind und die Verkäuferin wechselt unvermittelt in das Gespräch mit dem ausgetauschten Gesprächspartner über.

Sie erkundigt sich zuerst nach dem Alter des Kindes, dies beantwortet der Opa mit "So" und misst dabei eine ungefähre Strecke mit den Händen ab, was aber keine hilfreiche Antwort zu sein scheint. Auch der Name des Kindes ("Dicki Hoppenstedt") gibt ihr nicht Aufschluss darüber, welches Geschenk für das Kind in Frage kommen könnte.

Schließlich schickt sich die Verkäuferin wiederholt an, herauszubekommen, ob es sich mit dem Kind um einen Jungen oder ein Mädchen handele, aber auch hier will sich Opa Hoppenstedt nicht festlegen. Nach einigem hin und her schließlich gefragt, ob sein Enkelkind denn ein "Zipfelchen" habe, empört er sich lautstark und versichert, dass sein Enkelkind alles habe, was es brauche: "Gesunde Eltern, ein anständiges Zuhause und Zucht und Ordnung."

Weitere Befragungen erscheinen der erfahrenen Verkäuferin wohl nicht zielführend, zumindest gibt sie sich mit den gemachten Angaben zufrieden. Sie schlägt ein neuartiges Spielzeugprodukt vor, das "gerne genommen" werde.

"Wir bauen uns ein Atomkraftwerk" sei ein Baukasten für Jungen und Mädchen zwischen 5 und 10. Darüber hinaus könne die ganze Familie daran Spaß haben. Die Verkäuferin öffnet einen entsprechenden Baukasten zur Demonstration und zeigt die einzelnen Komponenten auf: Enthalten sind Brennkammer, Uranstab, Kühlsystem, Neutronenbeschleuniger und Sicherheitskuppel, und außerdem noch Bäume, Häuser und Kühe für die Landschaft drumherum. Diese Elemente würden zum Modell eines Atomkraftwerks samt Umland zusammen gesetzt.

Loriot: Weihnachten bei Hoppenstedts - Loriot, Weihnachten bei Hoppenstedts

Die Frage von Opa Hoppenstedt, ob das Ganze denn auch richtig explodieren könne, bejaht die Verkäuferin und versichert, dass die Anlage mit einer für Kinder ungefährlichen Explosion reagiere, falls beim Zusammenbau Fehler gemacht würden. Dann würde es "Puff!" machen und die Kühe und die kleinen Häuser und Bäume würden umfallen. Das sei immer ein "großes Hallo" und viel Spaß für die ganze Familie.

Das scheint Opa Hoppenstedt gut zu gefallen und er entschließt sich zum Kauf des Kraftwerks zum Preis von 64,50 D-Mark. Seine schelmische Bemerkung an der Kasse bei der Übergabe des Bargelds, ob er denn auch mit Spielgeld zahlen könne, verneint die Verkäuferin ohne Humor. Opa Hoppenstedt erhält einen Baukasten originalverpackt.

Beim Rausgehen hantiert er ungeschickt mit seinem mitgeführten Regenschirm in Deckenhöhe und reisst dabei ein Netz voller Spielbälle von der Decke, die sich wild hüpfend im Laden verteilen. Damit verläßt Opa Hoppenstedt das Geschäft.

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